Der Adler in Pfronten

Einkehren - Rast machen - Ausspannen

Der Ort Pfronten lag günstig an der Salz - und Handelsstraße Reutte -  Vils - Pfronten - Nesselwang - Kempten. Auf ihr wurden große Mengen Salz aus Hall in Tirol und daneben natürlich auch andere Güter transportiert. Diese vorteilhafte Lage stellte für die Pfrontener eine wichtige, neben der Landwirtschaft dringend benötigte Erwerbsquelle dar. War doch hier der Boden >> kärglich ergiebig << wie eine Quelle zu berichten weiß und die Hälfte des notwendigen Brotgetreides musste für teures Geld von Auswärts zugekauft werden.

Als ältestes einheimisches Gewerbe ist das Lohnfuhrwerk bereits 1391 erwähnt. Es führte die Fuhrleute bis nach Oberitalien. Noch dazu profitierten die Pfrontener natürlich vom >> Durchreiseverkehr << konnte doch so alles angeboten werden, was für den Fuhrbetrieb von nöten war. Natürlich gehörten Speiß und Trank sowie Unterkunft für Mensch und Tier mit dazu.

Womit wir bei Gasthof >> Adler << wären -  der ältesten Bierbrauerei  und Gastwirtschaft in Pfronten. Urkundlich ist sie sicher seit 1519 als >> Wirt bei St. Lienhart << - nach der gegenüberliegenden Leonhards Kirche - nachzuweisen. Ihr heutiger Name taucht dann im 18. Jahrhundert auf. Das heutige Wirtschaftsanwesen wurde im Jahre 1573 erbaut. Vorher war die Wirtschaft im Ökonomieteil untergebracht, der 1986 abbrannte.

Durch die Jahrhunderte lassen sich viele Wirte und Braumeister hier nachweisen. Darunter von 1634 bis 1662 Hans Suiter, der Vogt bzw. Wiedemann in Pfronten war und seine Amtsgeschäfte im Gasthaus führte. Genauso wie Jahrhunderte später Jacob Reichard  (1823 - 1900). Er war nicht nur >> Adlerwirt << sondern Bürgermeister der Gemeinde Pfronten Steinach und Gründer des Verschönerungsvereins (bis 1935 war Pfronten für etwas mehr als 100 Jahre in die Gemeinde Pfronten Steinach und Pfronten Berg aufgeteilt).

Nicht unterschlagen wollen wir an dieser Stelle natürlich die bedeutendsten Besucher. Am 18. August 1861 machte Königin Marie von Bayern mit ihren Söhnen Ludwig und Otto Rast. Sie können es also dem späteren König Ludwig 2. gleichtun, wenn Sie in unserem Biergarten einkehren.

Vielleicht ist Ihnen rechts vor dem Eingang aus gesehn die Pieta aus Rotmarmor aufgefallen. Sie errinnert an Otto Friedrich Haff der 1942 als Stukaflieger gefallen ist. Er war der Sohn Otto Haff, einem legendären Flieger und seiner Frau Friederike, einer Tochter des damaligen Adlerwirts.